- Mein neues Leben als Prinzessin: Ich habe eine super Gastfamilie erwischt. Wer sich wundert, warum ich eigentlich nicht in ner WG oder so wohne, der muss wissen, dass die meisten Studenten noch zu Hause wohnen und es nur wenige gibt, die ne eigene Wohnung haben. Das Leben im Familienclan hat aber eindeutige Vorteile - denn hier schlafe ich in einem großen Bett, über dem ein Fernseher hängt, es werden täglich 3 Mahlzeiten angerichtet und mein persönliches Bad wird geputzt und gestaubsaugt. Es sind 10 min zur Fuß zur Uni. Und bei guter Sicht kann man von der Dachterrasse den Cotopaxi bestaunen. So ein Luxus gabs lange nicht in meinem Leben - Hotel Mama halt, bloß dass ich keinerlei töchterlichen Pflichten erfüllen muss.
- Ecuador will, wie auch der Rest der Welt, nächstes Jahr nach Südafrika - Deshalb wird auch hier eifrig gefiebert. Am Mittwoch war ich im Stadion, voll eingekleidet natürlich. Wir hätten die bösen Paraguayaner fast geschlagen, wenn nicht in der letzten Minute der Ausgleich gefallen wäre. Einige Schlachtrufe: "Sí, se puede!" oder "Vamos ecuatorianos, esta tarde tenemos que ganar!" Es ging so heiß her, dass sich nicht nur auf der Tribüne, sondern sogar auf dem Feld gekloppt wurde... herrliche Darbietung. Vor dem Spiel wurde ich vom Fernsehen interviewt... bin halt groß, blond und wichtig!
- Einer meiner Mitstudenten spielt beim Fußball-Erstlegisten "Nacional" - ein Club hier aus Quito. Der hat mir erstmal Gratiskarten versprochen. Das scheint aber nix besonderes zu sein - meine Gastschwester hat die Handynummer von nem Nationalspieler und sendet erstmal ne Trost-SMS nach dem Spiel am Mittwoch. Da merkt man wie klein das Land ist.
- Die Uni gleicht einem süßen Wohnhaus mit Schlagläden, es gibt sogar nen Vorgarten mit Gartenstühlen und Sonnenschirmen. Schade bloß, dass ich fast nur abends Uni hab, da ist die Sonne schon untergangen. Ansonsten bleibt man im kleinen Kreis, bis jetzt max. 11 Mitstudenten in einem Kurs. Und gestern ist direkt mal ausgefallen.
- Ecuador - das Land der Vulkane - bestizt heiße Quellen - ich hab mit ein paar neuen Freunden herrlich geplanscht und relaxt. Neben uns rauschte ein Gebirgsbach vorbei. Danach gabs frische Forelle. Wie bei Tiger und Bär.
- Zum Nachtisch haben wir Eis gespeist, konnte nicht widerstehen und hab Karotte probiert! Yamyam.
- Hab mich auf ein Teeniekonzert gewagt - lustige Beobachtung: Hier wird gegen den Uhrzeigersinn gepogt. Sprich alle rennen im Kreis, und rempeln sich dabei an. Außerdem gabs viel Gekreische und gute Rythmen. Und der Sänger sah verdächtig metrosexuell aus.
- Das Busfahren bleibt etwas Besonderes, auch in der Stadt: Es gibt immer 1 Fahrer und 1 Fahrkartenverkäufer - wie einst im guten alten Deutschland. Ab und zu muss der Verkäufer schnell rausflitzen und ne Art Karteikarte abstempeln. Dazu sind überall verteilt Stempelanlagen in Mauern oder kleinen Geschäften angebracht. Manchmal ganz versteckt. So wird überprüft, dass der Bus pünktlich ist. Das sollte es mal für die deutsche Bahn geben.
- Der Flughafen liegt mitten in der Stadt und ganz in meiner Nähe, ab und zu erschrecke ich mich, wenn ein Flugzeug verdächtig tief am Fenster vorbeifliegt, oder man aus nem Tunnel auftaucht und sich von nem Jumbo überschattet sieht. Aber auch das hat seine Vorteile - sollte einer auf die Idee kommen, mich spontan zu besuchen - so kann ich ihn zu Fuß vom Flughafen abholen.
- Wer sich bei mir beliebt machen will, der darf mir Päckchen, Karten und Briefe schreiben. Oder Blumen schicken, geht auch. Und zwar an:
c/o Familia Luis Lascano
Calle Aucas N52 - 129 y Av. La Florida
Ciudadela La Florida
Quito
Ecuador
2 Kommentare:
hört sich ja alles super spanned an.....
freu mich dich irgendwann mal live wiederzusehen....
viele liebe grüße
aus köln
die katha
Du solltest mal die Bilder der Enge des neuen Semesters aus Köln ansehen. Da drängt sich der Vergleich auf, dass man in Deutschl. studiert unter lateinamerk. Knastatmosphäre!
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