Montag, 16. Februar 2009

Unterwegs

Der erste Abschnitt Uni liegt hinter mir, alles mit Bravour bestanden. Mit Minimalaufwand. So gehoert sich das. bin unterwegs auf meiner Reise. Zusammen mit Cyril, einer franzoesischen Sportskanone. Ich werde mir wohl eine gute Kondition aufbauen in den naechsten Wochen.
Wer meine Reise mitverfolgen will, sollte hier oefter vorbeisurfen, ich werde versuchen, so oft es geht zu posten.

Ich stecke mitten in den Anden, umrahmt von Vulkanen, deren verschneite Gipfel manchmal aus den Wolken ragen. Wow. Ein traumhaftes Panorama.
Der erste Ausflug ging zu einem tiefen blau-gruen glitzernden Kratersee. Die verrueckte Annika hat eine 5 Std. Wanderung um den See gemacht, immer rauf und runter, rauf und runter. Ich bin so stolz auf mich. Und das alles ohne Sonnencreme. Juchhu. Zum Glueck kann ich grad keine Bilder hochladen, sonst wuerdet ihr was zu lachen haben. Ich bin eine wandelnde Leuchtreklame. Es war trotzdem toll. Die Aussicht ueber die Berge und umliegenden Ortschaften war traumhaft.

Morgen erklimmen wir dann den Gipfel. Es geht zum Cotopaxi, bis an die Schneegrenze. Uii.. ich werde frieren. Freut euch auf Bilder einer zitternden rotgesichtigen Annika.

Weitere Plaene:
  • Das Obst und Blumen - Fest von Ambato, wo der Karneval mit bunten Umzuegen gefeiert wird.
  • Die Wasserfaelle von Baños, vielleicht wage ich ja todesmutige Spruenge.
  • Der Regenwald, ein Paradies zum Raften und Kayaking.






Dienstag, 3. Februar 2009

Wild Wild West

Es freut mich sehr, dass sich dieser Blog allseitiger Beliebtheit erfreut, ich bin erzückt über eure vielfältigen Kommentare und Emails... danke, danke.
Was gibt es Neues im Leben der Annika R.?

Das Wochenende bestand aus Landluft schnuppern, Kühe melken und sich in Dorfdiscos rumtreiben. Aber von vorne:
Eine Bewohnerin dieses Hauses ist zurück zu ihrer Familie, in ein kleines Dorf im Süden des Landes, gezogen. Die seltsame Spezie namens europeus alemanus francius, diesmal ausschließlich die weibliche Gattung, hat sie besucht. Man fällt schon auf, wenn man als Weiße die Busverbindungen des Landes benutzt, vor allem wenn man in eine Gegend will, die nix Touristisches zu bieten hat. Es ging in die Berge. Grüne, satte, von Bananenstauden und schlanken Bäumen bewachsene Hügel, die sich zipfelmützenartig aus der Landschaft erheben. Ab und zu grast eine Kuh an den steilen Hängen. Der Bus rattert über eine gefährlich restaurierte Brücke über einen Bach und windet sich immer höher. Plötzlich sind wir da, stehen auf der Straße und werden angegafft. Mmh.

Zum Glück kam Cristina, unsere Gastgeberin, schon bald und es ging in ein einfaches Häuschen, in dessen Erdgeschoß ihre Schwester eine Metzgerei betreibt. Wir haben königlich gespeist dieses Wochenende: Es gab Colada (ein Milchgetränk bloß ohne Pina), selbstgebrühten Tee, frische Maracujas, Empanadas (gefüllte Pasteten aus Bananen) und wie konnte es anders sein: 3mal Reis am Tag. Übrigens wird hier alles aus Bananen gemacht, schließlich ist Ecuador die Bananennation Nummer 1, als größter Exporteur Lateinamerikas: Bananenchips, fritierte Bananen, gekochte Bananen, grüne Bananen, gelbe Bananen... ähm, ja. Ich wandele mich zum Experten und schreibe eifrig in mein mentales Rezeptbuch.

Am ersten Abend ging's in die Dorfdisco, wo von 16-30 jedes Alter vertreten war. Wobei man sich vom Verhalten eher den 16jährigen anpasst. Erste Überraschung:
Das Bier wird in einem großen Krug serviert mit 2 Gläsern dazu. Nachdem man uns höflich zu erst eingeschenkt hat und wir höflich warteten bis die restlichen Gläser auftauchten, wurden wir freundlich aufgeklärt, dass wir ruhig trinken sollten. Die 2 Gläser wären für alle da. Also "auf ex" und runter damit. Nix da mit deutscher Gemütlichkeit.

Weiterer Faux-pas: Lasse niemals deinen Tanzpartner auf der Tanzfläche alleine dastehen. Hier tanzt man ausschließlich zu zweit. Salsa, Merengue und auch das bekannte von Fuß zu Fuß wippen. Nachdem Laura jedoch unverhofft ein bekanntes Gesicht aus Guayaquil in der Menge entdeckte, ihrem Partner den Rücken zukehrte und auf den Anderen zusteuerte, fing sie sich eine Rüge von Cristina ein.

Kurz notiert:
  • Kühe melken in Ecuador bedarf wahrscheinlich genauso viel Fingerspitzengefühl wie in Dland. Nur dass es für mich Premiere war und zwar eine deprimierend spaßige.
  • Die Dorfjugend betrinkt sich nachmittags um 5 Uhr auf dem Bürgersteig sitzend mit nem Kasten Bier. Man beachte das Schild auf dem Foto. Ja, richtig, vor dem Versammlungsraum der "Zeugen Jehovas".
  • Annika hat einen lässigen 2m-Sprung (uh) von einem Felsen in einen Gebirgsbach absolviert. Das Wasser ist leider trüb von der vielen aufgewirbelten Erde, die der Bach in der Regenzeit mit sich trägt. War aber ein herrlich erfrischender Spaß. Wie man sieht.