Zum Abschluss dieses schönen überheißen Tages gabs noch ein Konzert von "The Whitest Boy Alive". Sehr zu empfehlen. Ein dickes Danke für die vielen lieben Glückwünsche! Man fühlt sich dann immer so herrlich wichtig.
Sonntag, 23. August 2009
Jeburtstach
Zum Abschluss dieses schönen überheißen Tages gabs noch ein Konzert von "The Whitest Boy Alive". Sehr zu empfehlen. Ein dickes Danke für die vielen lieben Glückwünsche! Man fühlt sich dann immer so herrlich wichtig.
Sonntag, 16. August 2009
Impressionen

Mein Leben bleibt spannend. Als erstes möchte ich Euch eine neue Erdenbürgerin vorstellen: Linnea Celine! Welche in den Genuss gekommen ist, mich zur Tante zu haben. Großartig! Ein dicker Glückwunsch geht an meine große Schwester.
Am gleichen Tag mit dem schönen Datum 8.8.09 gaben sich 2 Freunde in Pforzheim das Ja-Wort. Und zwar im Freien. Hach wie schön. Nun sind sie aus der Südsee wieder da. Nochmals einen Herzlichen Glückwunsch an Sonja und Raffi Schulz!
An dieser Stelle will ich auch schnell erwähnen, dass ich den Sommer in Dland bis jetzt sehr geil finde. Und wenn ich auch nur Einen meckern höre, der kriegt Schläge. Die Sonne füllt mich täglich mit Glückshormonen und die netten Ideen, die Berliner hier an solchen Tagen haben, machen das Leben umso schöner. Ein kleiner Auszug meiner Taten links in der Diaschau.
Mein Vater und ich haben einen Vater-Tochter Tag mit Kayakfahren verbracht. Das war grandios. Er wurde mit Bier und Wurst (schon wieder!) und Streuselkuchen gefeiert. Dazwischen gabs Badesessions in idyllischen mecklenburgischen Seen, eine Kamera die hops über Bord gegangen ist, ein Handy, das glucksglucks auf den Boden sank. Aber wir blieben fröhlich und fidel! Das machen wir wieder! Also, das mit dem Kayakfahren, mein ich. Der tolle Mann wird am Mittwoch übrigens 60. Sieht man ihm gar nicht an.
Donnerstag, 30. Juli 2009
Dienstag, 28. Juli 2009
Mein neues Leben in Bunt
Berlin ist unsere Hauptstadt und hat nun eine vorübergehende Bewohnerin mehr, nämlich mich. Da es auch in Schland mindestens genauso viele Kuriositäten wie in Ecuador gibt, gilt es diese zu finden. Meine Mission hier ist also offensichtlich. Als Heimkehrerin und gleichzeitig als "Es zieht mich einfach immer dorthin, wo ich noch nicht war!" - Mensch werde ich live von der Bundestagswahl, originellen Sprüchen in Hausfluren und meinem spannenden Dasein als PR-Praktikantin im Museum berichten. Seid dabei.
- Zur Fortbewegung bevorzugte ich schon stets das Zweirad, hier habe ich ein ganz besonders schönes Exemplar aufgetrieben. Wenigstens muss ich mich nun nicht mehr auffällig anziehen, damit man mich gut sehen kann.
- Wohnen tue ich von nun an in einer hübsch-chaotischen 3-Mädels-WG im schönen Stadtteil Wedding. Da Knallfarben nun zu meinem Alltag gehören, will ich euch auch die Fassade meines neuen Domizils nicht vorenthalten. Ebenso entzückt hat mich das antike Treppenhaus. Dessen Türen sind für alle meine Freunde offen. Wärs wirklich wissen will, ob ich tatsächlich hier bin oder nur so tue, der muss vorbeikommen. Und zwar schnell, denn ich bin nur noch bis Ende Oktober Berlinerin.
- Knallfarben sind auch im Museumsalltag sehr beliebt, von nun an bespaße ich einmal die Woche neben anderen Tätigkeiten Kinder in unserem Sommerprogramm. Wer das live erleben will, sollte also auch da vorbeischauen. www.labyrinth-kindermuseum.de
Donnerstag, 16. Juli 2009
Baumtomaten - Smoothie
Sonntag, 12. Juli 2009
Donnerstag, 9. Juli 2009
Ich sag nur: Drei
Die Suppe laeuft, laeuft, laeuft...
Lustiger Zufall: Genau hier bin ich einem Kommilitonen aus Mannheim begegnet, Marc. Mit ihm und einem australischen Ehepaar sind wir heute in die Geheimnisse guten Kaffees eingefuehrt worden. Ein 70jaehriger Kolumbianer in Strohhut hat uns vom Pfluecken, Schaelen, Waschen, Trocknen, Roesten und Mahlen alles gezeigt, was man wissen muss, um guten Kaffee zu erhalten.
Ich hab ein paar Bilder hochgeladen und poste darunter, wo wir uns befinden und was wir erlebt haben. Sorry fuer die spaerliche Berichterstattung. Wir sind in schnellem Tempo durchs Land, und ich habe kaum schnelle Computer zum Bilderhochladen gefunden.
Am Dienstag, 14.07., mach ich mich zurueck auf den Weg nach Deutschland und werde 7 Tage in Solingen sein. Darauf die Woche dann bin ich in Mannheim und Heidelberg. Freu mich viele Leute zu sehen.
Fuer mich geht es dann am 27. Juli in BERLIN weiter, wo ich ein 3monatiges Praktikum im Labyrinth Kindermuseum in der PR-Abteilung mache. Wer mich bis dahin nicht zu Gesicht bekommen hat, ist herzlich eingeladen mich in Berlin zu besuchen. =)
Danke fuers Bloglesen, es war mir eine Ehre zu unterhalten und zu berichten!
Der Blog wird weiter leben, also bleibt dabei....
Annika
Samstag, 20. Juni 2009
Da, wo die Meerschweinchen um die Wette laufen...
Maze und ich sind wieder vereint und nach ein paar Tagen Quito haben wir uns auf die 28 Std. Busfahrt nach Bogotá gemacht. Vorbei an Bananenstauden, grünen Tälern und 4 Militärkontrollen passierend, die Kokain in unserem Gepäck vermuteten. FARC-Rebellen haben wir bis jetzt noch nicht gesichtet. Das kommt noch.... =)
Das nächtliche Bogotá ist sehr spannend. Gestern wurde einfach eine der Hauptstrassen für den Autoverkehr gesperrt und Strassenkünstler machten sich breit. Breakdancer, Bands, Sänger, Salsatänzer und Messerjongleure. Und eben auch ein Typ, der dressierte Meerschweinchen um die Wette laufen lässt. Das Publikum setzt Geld auf umgestülpte Schüssel, die einen Eingang haben, in denen sich das Meerschweinchen verkriechen kann. Läuft das Meerschweinchen also in das "Häuschen" deiner Wahl, gewinnst du, läuft es worein, wo kein Geld drauf liegt, gewinnt der "freundliche Mann".
Mmh... die armen Viecher taten mir Leid. Aber lustig wars.
Ansonsten gibt es riesige Märkte mit billigen Klamotten, Ohrringen, Uhren, Tüchern, gefälschten Markenartikeln und jede Menge gegrillte Maiskolben und Ananas-, Mangostücke neben Abgasen auf der Strasse zu kaufen.
Heute Abend gibts nen klassisches Konzert und morgen gehts in die Salzkathedrale, die in einer Salzmine zur Ehren der Jungfrau errichtet ist. Das Taufbecken ist aus Salz!! Abgefahren, oder?
Ich melde mich wieder! Demnächst mit Bildern. Jetzt hab ich sogar nen Profi dabei, der alles festhält.
Samstag, 13. Juni 2009
Laura nennt es Rassismus... ich nenne es Abzocke
Freitag, 12. Juni 2009
Was Viagra mit Fußball zu tun hat
- Wusstet ihr das Viagra gegen den Schwindel hilft, der einen befällt, wenn man sich plötzlich von einem Tag auf den anderen in 3000 m Höhe befindet? Nun, Fußballspieler, die von auswärts kommen und in Quito ein Spiel haben, profitieren von der geheimnisvollen Substanz. Denn sie haben meistens wenig Zeit um sich zu aklimatisieren. Also wird schnell ne Pille eingeworfen. Mmh... Nebenwirkungen? Diese Info habe ich von vertrauenswürdiger Quelle, dem herstellenden Pharmaunternehmen Pfizer selbst.
- "Wozu eine Abschlussklausur stellen, wenn ich meine Studenten auch bloß den Kurs evaluieren lassen kann?", dachte sich meine verehrte Wirtschaftsethik-Professorin. Die Annika hat profitiert. Loben konnte sie schon immer gut. Dass das jetzt sogar benotet wird, gefiel ihr doppelt gut.
- Ah.. gute deutschsprachige Musik ist auch in die CD-Spieler der Taxifahrer Quitos geraten. So hörte mein erstauntes Ohr auf einmal die bekannten Klänge "Dumdideldum.... der Kommissar geht um". Ich musste doch sehr lächeln auf dieser Fahrt.
- Laura und Annika haben sich erfolgreich im Canopying versucht, wie die Bilder beweisen. Kopfüber, hüpfend im Känguruhstyle oder einfach nur mit viel Speed eine 500 m - lange Schlucht überquerend... yippieh, macht Saubock. Solltet ihr auch mal probieren. Am nächsten Tag ging es zu versteckten Wasserfällen, die in einem friedlichen und von Orchideen wimmelnden Wald rauschen. Ein Paradies, der Ort Mindo.
- Am Strand von Mompiche habe ich das erste Mal schwarzen Sand gesehen. Irre. Der glitzert sogar nach irgendeinem Metall. Als Bonus sprang sogar unweit ein Delphinpärchen durch die Wellen. Das wäre doch nicht nötig gewesen. Ansonsten die ewig gleichen Schönheiten, Palmen direkt am Wasser, Hängematten zum Einschlafen schön, begleitet vom Meeresrauschen und lustige Kinder, die sich fotografieren ließen. Leider war langes Wochenende, so dass alle Restaurants schon schnell keinen frischen Frisch mehr hatten, egal, man kann sich ja nicht jeden Tag verwöhnen...
- Ich habe zugeschlagen. Auf dem Markt der Kunsthandwerker und "Ich-weiß-wie-ich-Touristen-das-Geld-aus-den-Taschen-ziehe" von Otavalo hab ich mich nicht satt sehen können an Farben, Tüchern, Hängematten, Wollpullis und Schmuck. Laura und ich haben einen erfolgreichen Streifzug gemacht und uns wie die Kinder an unseren neuen Errungenschaften gefreut. Die größtenteils indigene Bevölkerung ist super freundlich, ehrlich und macht einem faire Preise. Es hat richtig Spaß gemacht zu handeln.
- Mein Praktikum in der Kammer ist vorbei, der Uni hab ich auch schon zum Abschied gewunken und nun wartet ein pochendes Annikaherz auf den lang ersehnten Besuch eines gewissen Herrn, der hier am Montag, 8:00 Ortszeit, seinen Fuß auf ecuadorianischen Boden setzt. Ich werde das Flugzeug von meiner Dachterrasse aus erwarten, dann zum Flughafen stürzen und ihn in Empfang nehmen. Wir verbringen dann ein paar Tage in Quito, bevor es auf nach Kolumbien geht. Ich werde live berichten, was uns widerfährt. Angeblich tanzen die Kolumbianer saugut Salsa, sind übermäßig freundlich, haben Traumstrände und was sonst noch alles für dieses spannende Land spricht, erfahrt ihr demnächst....
Dienstag, 28. April 2009
Schweinegrippe nun auch in Ecuador
- Ich habe auf unüblichen Weg und sehr spontan ein Praktikum in der Aussenhandelskammer von Ecuador ergattert. Bin vorbeigelaufen und hab mich vorgestellt und tatsächlich es war ein Schreibtisch frei. Da mein Uniprogramm minimal ist, habe ich tagsüber Däumchen gedreht. Und da ich nicht jeden Tag als irre Touristin durch die Stadt düsen will, sitze ich hier also nun und organisiere, telefoniere, träume und freue mich über einen tollen Ausblick über die Stadt. Hier ist allerhand los, demnächst gibts ein Golfturnier, und Ecuador bekommt Besuch vom badenwürttembergischen Jugendjazzorchester. Die reisen hier rum und ich muss mich mit drum kümmern, dass sie sich nicht verlaufen und schön am richtigen Platz auftauchen. Ausserdem findet ein einwöchiger Kongress zum Thema Solarenergie statt, wo deutsche Unternehmen Kontakte knüpfen zu möglichen Interessenten in Ecuador. Ansonsten weiss ich nach einem Business-Etikette-Seminar nun endlich wie man stilecht Hummer speist und unauffällig in der Nase popelt.
- In der Uni bekamen wir letztens Besuch von einer hübschen, schlanken Blondine, die im bauchfreien Top lächelte und Flyer für ein neues Abnehmprogramm verteilte. Begleitet wurde sie von zwei netten Damen, die den Unterricht unterbrachen, um über ihr neues Massagestudio zu informieren. Studenten dieser Uni erhalten besondere Konditionen. Das sieht man den Unterschied, während bei uns die Deutsche Bank Mintpastillen vor Klausuren verteilt und seriös auftretene Anzugträger über neueste Tendenzen in deutschen Unternehmen informieren, gilt hier ganz einfach: "Sex sells".
- Ich bin auf dem Äquator balanziert. Wie ich es versprochen habe. Und tatsächlich, es stimmt: Man wiegt dort 1 kg weniger, hat weniger Kraft und verliert leichter die Balance. Und auch der sagenumwobenene Toilettenspülstrudel wurde zur Schau gestellt, der dreht sich auf der Südhalbkugel nämlich im Uhrzeigersinn, also genau andersherum als im Norden. Genau auf der Äquatorlinie fliesst das Wasser schnurstracks nach unten ab, ohne Strudel. Mmh... Nachdem ich höchst entzückt über dieses physikalische Experiment war, kam die schmerzliche Meldung: Es ist bloss ein Trick. Wie er funktioniert, könnt ihr mir vielleicht sagen.
- Ausserdem habe ich die brutale Technik des Schrumpfkopfes bewundern dürfen und habe wie die Aucas im Dschungel Ecuadors mit einem Schilfrohr Pfeile gespuckt. Interessant: Nach traditionellem Glauben der Einheimischen dieser Gegend wird jedes Leben wiedergeboren. Daher bauen sie ihren Toten keine Särge, sondern begraben sie in Tonkrügen, da sie darin eine Fötusstellung einnehmen. Man ist also direkt vorbereitet für das Zukünftige. Brutale Nebenwirkung eines toten Mannes: Seine Frau und Kinder müssen gleich mit ins nächste Leben. Dazu braut man einen Trank, der die Unschuldigen willenlos macht. Aber keine Angst, diese Praxis gibts heut nich mehr...
- Mein Computer war krank. Er ist mir vom Bett geplumpst, der böse Junge. Deswegen musste er zum Onkel Doktor. Und zwar zum echten. Luis, mein Gastpapa, hat einen Arzt zum Freund, dessen Hobby es ist an Computern rumzuschrauben. Das macht er aber nicht etwa bei sich zu Hause, sondern hat sein Krankenhauslabor zum Technikraum erklärt. Also wartete ich brav mit meinem Baby auf dem Schoss in neonbeleuchteten Fluren, während neben mir Patienten in Birkenstock und Morgenmantel sassen. Selbst die Krankenschwester hat liebenswürdig Hilfestellung geleistet und Instrumente à la Schraubenzieher und Lötkolben angereicht. Das nenn ich Fürsorge.
- Meine Oma wäre stolz auf mich: Ich habe mich zur neuen Kuchenbäckerin der Familie gemausert, alle sind begeistert von Donauwelle, Philadelphiatorte und Schokoladenkuchen. Manchmal stimmt die Optik nicht ganz, aber auf den Geschmack kommt es ja an.
Da ich gerade meine Arbeitszeit nutze, um diese Zeilen zu tippen... mach ich mich jetzt lieber wieder schnell an die Arbeit.
Sonntag, 5. April 2009
Mein neues Leben als Prinzessin in Florida
- Mein neues Leben als Prinzessin: Ich habe eine super Gastfamilie erwischt. Wer sich wundert, warum ich eigentlich nicht in ner WG oder so wohne, der muss wissen, dass die meisten Studenten noch zu Hause wohnen und es nur wenige gibt, die ne eigene Wohnung haben. Das Leben im Familienclan hat aber eindeutige Vorteile - denn hier schlafe ich in einem großen Bett, über dem ein Fernseher hängt, es werden täglich 3 Mahlzeiten angerichtet und mein persönliches Bad wird geputzt und gestaubsaugt. Es sind 10 min zur Fuß zur Uni. Und bei guter Sicht kann man von der Dachterrasse den Cotopaxi bestaunen. So ein Luxus gabs lange nicht in meinem Leben - Hotel Mama halt, bloß dass ich keinerlei töchterlichen Pflichten erfüllen muss.
- Ecuador will, wie auch der Rest der Welt, nächstes Jahr nach Südafrika - Deshalb wird auch hier eifrig gefiebert. Am Mittwoch war ich im Stadion, voll eingekleidet natürlich. Wir hätten die bösen Paraguayaner fast geschlagen, wenn nicht in der letzten Minute der Ausgleich gefallen wäre. Einige Schlachtrufe: "Sí, se puede!" oder "Vamos ecuatorianos, esta tarde tenemos que ganar!" Es ging so heiß her, dass sich nicht nur auf der Tribüne, sondern sogar auf dem Feld gekloppt wurde... herrliche Darbietung. Vor dem Spiel wurde ich vom Fernsehen interviewt... bin halt groß, blond und wichtig!
- Einer meiner Mitstudenten spielt beim Fußball-Erstlegisten "Nacional" - ein Club hier aus Quito. Der hat mir erstmal Gratiskarten versprochen. Das scheint aber nix besonderes zu sein - meine Gastschwester hat die Handynummer von nem Nationalspieler und sendet erstmal ne Trost-SMS nach dem Spiel am Mittwoch. Da merkt man wie klein das Land ist.
- Die Uni gleicht einem süßen Wohnhaus mit Schlagläden, es gibt sogar nen Vorgarten mit Gartenstühlen und Sonnenschirmen. Schade bloß, dass ich fast nur abends Uni hab, da ist die Sonne schon untergangen. Ansonsten bleibt man im kleinen Kreis, bis jetzt max. 11 Mitstudenten in einem Kurs. Und gestern ist direkt mal ausgefallen.
- Ecuador - das Land der Vulkane - bestizt heiße Quellen - ich hab mit ein paar neuen Freunden herrlich geplanscht und relaxt. Neben uns rauschte ein Gebirgsbach vorbei. Danach gabs frische Forelle. Wie bei Tiger und Bär.
- Zum Nachtisch haben wir Eis gespeist, konnte nicht widerstehen und hab Karotte probiert! Yamyam.
- Hab mich auf ein Teeniekonzert gewagt - lustige Beobachtung: Hier wird gegen den Uhrzeigersinn gepogt. Sprich alle rennen im Kreis, und rempeln sich dabei an. Außerdem gabs viel Gekreische und gute Rythmen. Und der Sänger sah verdächtig metrosexuell aus.
- Das Busfahren bleibt etwas Besonderes, auch in der Stadt: Es gibt immer 1 Fahrer und 1 Fahrkartenverkäufer - wie einst im guten alten Deutschland. Ab und zu muss der Verkäufer schnell rausflitzen und ne Art Karteikarte abstempeln. Dazu sind überall verteilt Stempelanlagen in Mauern oder kleinen Geschäften angebracht. Manchmal ganz versteckt. So wird überprüft, dass der Bus pünktlich ist. Das sollte es mal für die deutsche Bahn geben.
- Der Flughafen liegt mitten in der Stadt und ganz in meiner Nähe, ab und zu erschrecke ich mich, wenn ein Flugzeug verdächtig tief am Fenster vorbeifliegt, oder man aus nem Tunnel auftaucht und sich von nem Jumbo überschattet sieht. Aber auch das hat seine Vorteile - sollte einer auf die Idee kommen, mich spontan zu besuchen - so kann ich ihn zu Fuß vom Flughafen abholen.
- Wer sich bei mir beliebt machen will, der darf mir Päckchen, Karten und Briefe schreiben. Oder Blumen schicken, geht auch. Und zwar an:
c/o Familia Luis Lascano
Calle Aucas N52 - 129 y Av. La Florida
Ciudadela La Florida
Quito
Ecuador
Dienstag, 31. März 2009
Quito - oder auch, wo ist das nächste Polizeirevier?
Der Tathergang:
In den letzten Wochen hab ich an allen Ecken versucht eine Gastfamilie für mich in Quito aufzutreiben. Es ist mir schließlich geglückt, aber da die gerade mal 3 Tage von meiner Existenz wussten, und ich keine Chance mehr hatte meine Mails zu checken, wusste ich nicht genau, ob ich da heute schon auftauchen kann oder erst morgen. Außerdem hatte ich noch keine Adresse. Also erstmal in nen Hostel, Gepäck verstauen.
Mmh. 2 Uhr mittags. Mit einer Handtasche mit nen bisschen Geld, Kamera und Reiseführer mach ich mich auf den Weg in die Altstadt in ein Internetcafé. Ich hatte gerade angefangen Emails zu schreiben, als ein Typ reinkommt und mich anlabert, wo denn die Toilette sei. Total komisch. Woher soll ich das wissen?
Ich dreh meinen Kopf wieder zum Computer, da wird mir auf einmal klar, das war nen Ablenkungsmanöver. Schau auf den Boden, und meine Ledertasche ist nicht mehr da. So schnell hat mein Hirn noch nie geschaltet. Ich sofort raus, schau mich um, und entdecke die Diebin, reiß ihr meine Tasche aus der Hand, schreie sie an, eine Menschentraube bildet sich. Wie im Film. Plötzlich fällt mir ein, mein Handy liegt noch am Computer. Ich wieder zurück, finde es, stopfe hektisch mein Zeug in meine Tasche, 2 Polizisten erscheinen, es werden immer mehr Menschen. Die Diebin, 40 Jahre, steht mit trotzigem Gesicht neben den Polizisten, die mich fragen, ob ich alles habe. Ja. Was ich machen will... Die Leute schreien alle: Anzeigen! Du musst die anzeigen! Ich wusste nicht so recht, schliesslich hatte ich alles, aber dann dacht ich mir, das geht so nicht, die kann nicht einfach davonkommen. Also, ab ins Auto und zum Polizeirevier.
Da klingelte dann mein Handy und Luis, der Famlienpapa war dran, wo ich wäre, er könnte mich abholen. Unser erstes Gespräch. Haha. Bin gerade dabei einen Raub anzuzeigen. Toller Einstieg. Warum ich nicht vorher angerufen hätte... Quito wär gefährlich...
Ihr glaubt nicht, was das für ein Häckmäck war. Rein ins nächste Auto, dicht gedrängt neben meiner Übeltäterin. Aussteigen, ins nächste Gebäude, immer wieder das gleiche erzählen. Gelangweilte Polizisten, die sich mit dir unterhalten. Keiner schien kompetent zu sein. Auf einem Schmierzettel wird mein Name notiert.
Bitte hierhin setzen. Warten. Nichts geschieht. Bitte mitkommen. Über die Straße ins nächste Gebäude. Weiter warten. Von einem Raum in den nächsten. Ohne irgendwas zu tun. Ich dachte, ich darf jetzt bald mal nen Protokoll aufgeben und dann nix wie weg. Also, Leute, wer sich nochmal über deutsche Bürokratie oder sinnloses Warten in überfüllten Bürgerbüros aufregt? Es geht auch schlimmer. Hier sitzen nämlich Verbrecher und Opfer nebeneinander.
Zwischendurch Luis am Telefon, der sich Sorgen macht, nicht will, dass ich das Gebäude alleine verlasse. Er würde mich in einer Std. abholen. Ok.
Wieder raus ins andere Gebäude. Warten. Wieder zurück. Der Computer ist immer noch nicht frei. (Warum gibts in ner Millionenstadt wie hier bloß einen Computer?) Der Lahmarsch von Polizist treibt schließlich nen Computer auf, braucht 1 Std. um nen Brief zu formulieren, wo Zeit, Ort und Personen auftauchen. (Noch nicht der Tathergang)... mittlerweile sind über 2 Std. vergangen. Ich müsste meine Aussage vor einem Kommissar machen. Wieder über die Straße. Wieder warten. Insgesamt weitere 2 Std. bis sämtliche übrigen übel aussehenden Gestalten ihre Delikte vorgebracht hatten. Es gibt nämlich auch nur einen Kommissar, der, wie sich später rausstellte, übelst langsam tippen kann, und dabei noch Rechtschreibfehler macht. Arg... Mein Geduldsfaden reißt langsam. Es geht auf 6 Uhr zu. Ich werde unfreundlicher, flaume den Polizisten an, dass ich schon lange genug warte. Oft im Stehen, weil sich einfach zu viele Menschen in den Räumen aufhalten. Oft ohne Grund. Irgendwelche uniformierte Personen, die nix zu tun haben.
Schließlich nach 6 Uhr, bin ich an der Reihe, muss sagen, was passiert ist und sehe ungläubig zu, was es bedeutet "Comisario" zu sein. Hinter einem Schreibtisch sitzen und stümperhaft Protokolle verfassen. Grundlage desselbigen Worddokuments bildet die Anzeige einer Ladendiebin, die Kosmetika im Supermarkt entwendet hatte. Daher woll die gelangweilte Routinefresse.
Schließlich darf ich gehen. Die Diebin, Peruanerin, wird vermutlich, so sagte man mir (ob das stimmt?) 7 Tage im Gefängnis verbringen müssen.
Hätte ich von dieser Prozedur vorher gewusst, hätte ich sie vielleicht doch laufen lassen. Schließlich straft man sich ja doch nur selber, wenn man Gerechtigkeit verlangt.
Eine gute Sache: Das Surfen im Internet war wenigstens kostenlos. Das ging so schnell, da blieb keine Zeit zum Bezahlen.
Samstag, 28. März 2009
Meerschweinchen in der Kühltruhe
Dass Meerschweinchen hier gegrillt und mit Kopf und Pfoten auf Tellern zum Verzehr serviert werden, ist mittlerweile kein ungewöhnlicher Anblick mehr. Es war allerdings schon ein Schock dieses konservierte Exemplar in einem Supermarkt zu entdecken. Es sieht so schrecklich eingepfercht aus. Und so nackt erinnert es an einen Embryo. Brrr....
Freitag, 20. März 2009
Machu Picchu
Besagte Frau betrat als 62. Besucherin von ca. 2000 am 17.3.2009 besagte Inkastaette und thronte genau um 8.30 Uhr auf dem hoechsten Aussichtspunkt vom Waynapicchu mit der Nase in Nebelschwaden. Die lichteten sich aber dann und liessen einen traumhaften Blick auf die geheimnisvolle Stadt zu.
Man muss dazu wissen, es gibt unterschiedliche Wege, um das neue Weltwunder Machu Picchu zu besichtigen. Ich habe mir eindeutig den langwierigsten, abenteuerlichsten und anstrengendsten ausgesucht. Dafuer habe ich viel Geld gespart und hatte ne Menge Spass. Eine kleine Hochrechnung der 2-Tages-Tour:
- 17 h Bus- und Taxifahrt (davon 1,5 h auf einem Benzintanker-Autodach, bedingt durch Reifenpanne gings per Anhalter weiter)
- 10 h Wandern: 2,5 h davon in voelliger Dunkelheit und halb blind Bahngleise entlangstolpernd, weitere 2,5 h davon stur bergauf Monstersteintreppen erklimmend)
- Nahrung innerhalb von 2 Tagen: 4,5 Kekse mit Peanutbutter, 3 Bananen, 5 Minibroetchen (innen hohl), 1 Portion Spaghetti Bolognese, 1 Schokoriegel, 1 Obstsalat
- 5 h Schlaf waehrend dieser sportlichen Strapazen
- 7 Weggefaehrten aus Frankreich, England, Quebec, Argentinien und Chile
- 120 Fotos, von denen die Haelfte alle das gleiche Motiv zieren, bloss von unterschiedlichen Winkeln und unter anderen Lichtverhaeltnissen aufgenommen (man weiss ja nie)
- 1 Wespenstich und 1 weiterer Stich einer unbekannten Spezie, die man bloss in diesen Hoehen ausfindig macht
Weitere lustige Eigenarten dieses Landes:
- Es ist voellig normal mit Mami oder Papi angeredet zu werden, wahrscheinlich eine Form des Respekts. Trotzdem schaute ich verdutzt drein, als ich beim ersten Einkauf mein Wechselgeld in Empfang nahm und ein "Si, gracias, Mami" zu hoeren bekam.
- Mittlerweile friert es mich sehr und ich laufe mit Strickmuetze rum. Morgen geht es auf den Titicacasee, der sich in 3800 m Hoehe befindet.
Freitag, 13. März 2009
Der Berg ruft, der Strand lacht...
Peru:
- Anderes Land, andere Sitten, andere Leute: Der Peruaner und der Touri sind besondere Freunde, man steigt aus dem Bus aus und ist umringt von lauthalsschreienden grinsenden Personen, die dich fuer eine ihrer Touren, Hostels oder Taxis begeistern wollen. Am Anfang mag das einschuechtern, jetzt laechelt man einfach, bahnt sich einen Weg durch die Menge und sagt "No gracias". Ich mag dieses Benehmen à la weisse Frau trifft Einheimischen ganz und gar nicht. Brr.
- Bevor man allerdings die peruanischen Busse besteigt, muss man die Sicherheitskontrolle passieren. Da steht der Peruaner dem Ami in nichts nach. Vorschriftsgemaess muss jeder Fahrgast einen Fingerabdruck im vorgesehenen Feld hinterlassen. Einmal im Bus angekommen, filmt ein Mitglied der Boardcrew mit Videokamera jedes einzelne Gesicht. Hat man diese Prozedur erstmal hinter sich, wird man allerdings mit "Lassie" und "Narnia" verwoehnt. Das Filmprogramm wird kindgerecht. Richtig so. Kann auch schonmal passieren, dass man das Vergnuegen hat den Film in Endlosschleife zu schauen. Fuer die, die dich nicht aufgepasst haben. =)
- Peru ist an der Kueste sautrocken und in den Anden wunderbar gruen. Dieser Gegensatz ist krass. Das Wandern ist meine Lust geworden. Es ist irre die tollen Andenlandschaften in voelliger Einsamkeit zu erklimmen. Ich will nicht sagen, dass es mir leicht faellt, 2 Std. am Stueck immer hoeher zu steigen. Aber ich bin saustolz wenn ich schliesslich vor einem verschneiten Gipfel stehe, ihn anbruelle und mich auf 4500 m Hoehe befinde.
- In der Wueste habe wir gestern eine Oase besucht. Umrandet von Sandduenen à la Sahara findet man einen kleinen See mit Palmen zum Chillen und Ausruhen. Dort habe ich dann Sandboarding ausprobiert. Nachdem ich erste Versuche im Stehen gemacht habe, die sich aber als fatal erwiesen, weil die Bindung immer aufgesprungen ist, hab ichs mir schliesslich auf meinem Bauch gemuetlich gemacht und bin die Sandduene heruntergeduest. Yeah.
- Das Leben ist billig. Uebernachtung im Schnitt 5 $. Essen 3 $. Getraenke duerfen auch schon mal ins Restaurant mitgenommen werden, kein Problem, es werden sogar ohne Aufforderung 3 Glaeser gebracht und eingeschenkt. Den Service gibts nicht immer. Manchmal muss der LowBudget-Tourist in Kauf nehmen, dass man erst die Strasse ueberqueren muss, um auf Toilette zu gehen. Da das Hostel noch ueber keine sanitaeren Anlagen verfuegt, muss das Nachbarhostel herhalten. Fatal, wenn man nachts ein Beduerfnis verspuert. Dann heisst es schnell sein. Das Toilettenpapierproblem besteht uebrigens nach wie vor. Der schlaue Backpacker hat also immer eine Rolle dabei.
- Letzte Aktion: Ich habe eine kleine Cesna bestiegen (6 Leute) und bin eine halbe Stunde ueber die Pampa rund um Nasca geflogen, um die geheimnisvollen Zeichen voriger Erdenbewohner zu bestaunen. Man munkelt es seien Gruesse aus dem All oder ein unbekannter astronomischer Kalender. Wenn ihr mich fragt, dann gabs einfach auch schon frueher kreative Menschen. Es war auf jeden Fall ein Abenteuer. Mein Magen fand das uebrigens auch.
Genug fuer heut, der Touri streift weiter durchs Land und laesst euch alle gruessen.
Mittwoch, 4. März 2009
Sonntag, 1. März 2009
Auf den Spuren von Indiana Jones
Nach Tagen ohne ein Lebenszeichen, in denen ich meinen Sonnenbrand und Durchfallattacken auskurieren musste, nun ein paar Zeilen. Leider kann ich keine Bilder posten. Das ist schade. Es sind tolle dabei. Ihr muesst euch gedulden.
Ich habe tatsaechlich 3 Tage im Regenwald mit Zelt gecampt. In Baechen gebadet, tagsueber geangelt und Dschungelwanderungen unternommen, bin riesigen Baeumen begegnet, deren Baumstaemme der Breite nach auf kein Foto passen und habe mich nachts von quakenden Kroeten und nervigen Muecken in den Schlaf wiegen lassen. Yeah.
Beobachtungen:
- Die Busse in Ecuador sind puenktlicher, guenstiger und schneller als die Deutsche Bahn. Welch ein Luxus. Du kommst am Terminal an, und schon schreien dir 3 Leute ins Gesicht: "Ambato", "Quito", "Cuenca"... du wirst persoenlich zum Bus begleitet (oder gehetzt) und bekommst sogar noch einen Drink und Keks gratis. Es geht in einem irren Tempo voran. Puenktlich zur Mittagszeit wird gestoppt und alle begeben sich in ein kleines Strassenrestaurant zum 2 $ Almuerzo. Unterhaltungsprogramm gibts auch. Unsere Lieblingshelden Stallone, Van Damme und Jackie Chan hetzen jedem Ganoven mit viel Schweiss und tollkuehnen Stunts hinterher. Dazu wird man mit Salsarythmen beschallt, die eher an WDR 4 erinnern, was mir jedes mal die Nackenhaare hochstehen laesst. Was will man mehr?
- Ueberall gibt es Miss-Wahlen. Gerade zur Karnevalszeit waehlt auch jeder kleinste Ort seine Favouritin. Deren Aufgabe ist es dann sich dem Volk in praechtigen Umzuegen zu praesentieren. Mit leicht eingefrorenem Laecheln wirft sie von Blumen ueberhangenen und praechtig geschmueckten Wagen Apfelsinen in die Menge. Ein Spektakel.
- Es gibt jede Menge Vulkane, nur blieb uns die Sicht bis jetzt auf speiende Gipfel verwehrt. Meistens haengen dichte Wolkendecken ueber den Bergen, so dass wir leider keine Rauchwolken sichten konnten. Schade.
Es geht weiter nach Peru. Morgen stoesst Laura wieder zu uns. Und gemeinsam begeben wir uns tiefer ins Inkareich.
Es gruesst mit Bauchschmerzen eine sonst froehliche Annika
Montag, 16. Februar 2009
Unterwegs
Wer meine Reise mitverfolgen will, sollte hier oefter vorbeisurfen, ich werde versuchen, so oft es geht zu posten.
Ich stecke mitten in den Anden, umrahmt von Vulkanen, deren verschneite Gipfel manchmal aus den Wolken ragen. Wow. Ein traumhaftes Panorama.
Der erste Ausflug ging zu einem tiefen blau-gruen glitzernden Kratersee. Die verrueckte Annika hat eine 5 Std. Wanderung um den See gemacht, immer rauf und runter, rauf und runter. Ich bin so stolz auf mich. Und das alles ohne Sonnencreme. Juchhu. Zum Glueck kann ich grad keine Bilder hochladen, sonst wuerdet ihr was zu lachen haben. Ich bin eine wandelnde Leuchtreklame. Es war trotzdem toll. Die Aussicht ueber die Berge und umliegenden Ortschaften war traumhaft.
Morgen erklimmen wir dann den Gipfel. Es geht zum Cotopaxi, bis an die Schneegrenze. Uii.. ich werde frieren. Freut euch auf Bilder einer zitternden rotgesichtigen Annika.
Weitere Plaene:
- Das Obst und Blumen - Fest von Ambato, wo der Karneval mit bunten Umzuegen gefeiert wird.
- Die Wasserfaelle von Baños, vielleicht wage ich ja todesmutige Spruenge.
- Der Regenwald, ein Paradies zum Raften und Kayaking.
Dienstag, 3. Februar 2009
Wild Wild West
Was gibt es Neues im Leben der Annika R.?
Das Wochenende bestand aus Landluft schnuppern, Kühe melken und sich in Dorfdiscos rumtreiben. Aber von vorne:
Eine Bewohnerin dieses Hauses ist zurück zu ihrer Familie, in ein kleines Dorf im Süden des Landes, gezogen. Die seltsame Spezie namens europeus alemanus francius, diesmal ausschließlich die weibliche Gattung, hat sie besucht. Man fällt schon auf, wenn man als Weiße die Busverbindungen des Landes benutzt, vor allem wenn man in eine Gegend will, die nix Touristisches zu bieten hat. Es ging in die Berge. Grüne, satte, von Bananenstauden und schlanken Bäumen bewachsene Hügel, die sich zipfelmützenartig aus der Landschaft erheben. Ab und zu grast eine Kuh an den steilen Hängen. Der Bus rattert über eine gefährlich restaurierte Brücke über einen Bach und windet sich immer höher. Plötzlich sind wir da, stehen auf der Straße und werden angegafft. Mmh.
Zum Glück kam Cristina, unsere Gastgeberin, schon bald und es ging in ein einfaches Häuschen, in dessen Erdgeschoß ihre Schwester eine Metzgerei betreibt. Wir haben königlich gespeist dieses Wochenende: Es gab Colada (ein Milchgetränk bloß ohne Pina), selbstgebrühten Tee, frische Maracujas, Empanadas (gefüllte Pasteten aus Bananen) und wie konnte es anders sein: 3mal Reis am Tag. Übrigens wird hier alles aus Bananen gemacht, schließlich ist Ecuador die Bananennation Nummer 1, als größter Exporteur Lateinamerikas: Bananenchips, fritierte Bananen, gekochte Bananen, grüne Bananen, gelbe Bananen... ähm, ja. Ich wandele mich zum Experten und schreibe eifrig in mein mentales Rezeptbuch.
Am ersten Abend ging's in die Dorfdisco, wo von 16-30 jedes Alter vertreten war. Wobei man sich vom Verhalten eher den 16jährigen anpasst. Erste Überraschung:
Das Bier wird in einem großen Krug serviert mit 2 Gläsern dazu. Nachdem man uns höflich zu erst eingeschenkt hat und wir höflich warteten bis die restlichen Gläser auftauchten, wurden wir freundlich aufgeklärt, dass wir ruhig trinken sollten. Die 2 Gläser wären für alle da. Also "auf ex" und runter damit. Nix da mit deutscher Gemütlichkeit.
Weiterer Faux-pas: Lasse niemals deinen Tanzpartner auf der Tanzfläche alleine dastehen. Hier tanzt man ausschließlich zu zweit. Salsa, Merengue und auch das bekannte von Fuß zu Fuß wippen. Nachdem Laura jedoch unverhofft ein bekanntes Gesicht aus Guayaquil in der Menge entdeckte, ihrem Partner den Rücken zukehrte und auf den Anderen zusteuerte, fing sie sich eine Rüge von Cristina ein.
Kurz notiert:
- Kühe melken in Ecuador bedarf wahrscheinlich genauso viel Fingerspitzengefühl wie in Dland. Nur dass es für mich Premiere war und zwar eine deprimierend spaßige.
- Die Dorfjugend betrinkt sich nachmittags um 5 Uhr auf dem Bürgersteig sitzend mit nem Kasten Bier. Man beachte das Schild auf dem Foto. Ja, richtig, vor dem Versammlungsraum der "Zeugen Jehovas".
- Annika hat einen lässigen 2m-Sprung (uh) von einem Felsen in einen Gebirgsbach absolviert. Das Wasser ist leider trüb von der vielen aufgewirbelten Erde, die der Bach in der Regenzeit mit sich trägt. War aber ein herrlich erfrischender Spaß. Wie man sieht.
Mittwoch, 28. Januar 2009
Relax
Kleine Stände säumen die Straßen, wo braungebrannte Menschen Armbaender, Ketten und Ohrringe anbieten. Es gibt eine Fülle von Milchshake-Ständen, wo du frische Säfte und Shakes vor deinen Augen zubereitet bekommst. Abends verwandeln diese sich dann in Cocktailbars, in dem sie einfach ihr Sortiment um Alkohol ergänzen, ein paar Plastikstühle rausstellen und dicke Lautsprecher auf die Straße karren. Mit anderen Worten: Die Party kann losgehen.
Ein ziemlich relaxtes Leben, was die dort führen. Man trifft nicht viele Europäer. Ist eher ein Insidertreff Südamerikas.
Es war wunderbar erholsam. Bis jetzt hab ichs noch nicht verkündet, aber ich steh hier jeden Morgen um 6 Uhr auf. Deshalb war das verdienter Luxus. Mein Unikurs beginnt um 7 Uhr. Ich frage mich jeden Morgen erneut, wie ich das hinbekomme. Ich hatte leider Pech mit der Kurswahl, und nicht viel Auswahl, deshalb musste ich in den sauren Apfel beißen. Dauert aber nicht mehr lange. Das Semester ist in 2 Wochen vorbei und dann geht's auf Entdeckungstour.
Diese Woche hatte ich meine ersten Zwischenklausuren. In Geschichte musste ich Fragen beantworten, wie: "Starb Napoleon auf St. Helena?" Kreuze an Ja/Nein. Oder "Gehörten die ersten 13 Kolonien Nordamerikas vor ihrer Unabhängigkeit zu England oder Frankreich?"Es scheint normal zu sein, dass während des Examens ständig Fragen gestellt werden, und der Kurs den Prof überzeugt, doch die Lösung an die Tafel zu schreiben.
Oder aber, die Hälfte des Kurses entscheidet sich das Examen an einem anderen Tag zu schreiben. So dass die treuen Gesellen, die am ursprünglich festgesetzten Termin schreiben, dieses während des Unterrichts machen müssen (dazu dürft ihr mich zählen). Natürlich wird in jedem Kurs lautstark diskutiert, ihr könnt euch vorstellen, wieviel Konzentration man dann hat. Aber ich bin ganz locker, und erwarte die Ergebnisse mit frohem Gemüt.
Entdeckungen der Woche in der Zusammenfassung:
- Freundschaftswerbung à la O2: Wer einen Kumpel überzeugt, an dieser Uni hier zu studieren, bekommt einen 1 Creditpoint gutgeschrieben. Man beachte: Ein normaler Unikurs zählt 3 Creditpoints. Ich brauch also bloß 3 Freunde finden und schwups bin ich auf dem Papier ein bisschen schlauer. So lernt sichs leicht.
- Es gibt keine Bushaltestellen. Wenn du Bus fahren willst, springst du einfach auf die Straße, winkst und steigst in ein antikes, dieselbetriebenes Blechungetüm ein. Es rattert, es quietscht und Passanten sind hier generell unterlegen. Herrlich.
- Die Jungs haben in Hugh Jackman-Manier gepost. Zum Verwechseln ähnlich, was? Wer sich den Film Australia angetan hat, weiß, was ich meine...
Montag, 19. Januar 2009
It's not right, it's not wrong...
- ... hat man mich auf Reis-Diät gesetzt... ich dachte, das passiert immer bloß den Leuten, die sich auf den Weg nach Asien machen. Aber hier gibt es jeden Tag Reis mit Huhn, Reis mit Rindfleisch, Reis mit Kartoffeln, Reis mit Maccaroni... jaja, auch davor schrecken sie nicht zurück. In manchen Familien gibts sogar Reis zum Frühstück. Das bleibt mir zum Glück verschont.
- Am Samstag hab ich mir Salat gewünscht, tata: Was gab es? Radieschen mit Zitronensaft. Wow. Ich musste schmunzeln. Es war lieb gemeint, aber ich kam mir wie ein Kaninchen vor. Habs mit Humor genommen. Grüner Salat ist Mangelware.
- Ein Kaffeekultur gibt es in Ecuador nicht, obwohl die so viel Kaffee exportieren. Stattdessen schüttet man eine Art Kaffee-Extrakt in heißes Wasser. Das schmeckt dann auch genau so, wie es klingt. =) Aber langsam entdeckt man auch ein paar Orte, wo man guten Kaffee bekommt. Aber eigentlich tut es gut, an einem Ort zu leben, wo man nicht von Starbucks verfolgt wird.
- Alle Hausbewohner haben ihre persönliche Klopapierrolle. Die zieht man dann aus der Schublade, wenn man aufs stille Örtchen geht. Das Papier ist nämlich nicht in Kost und Logis inbegriffen. Das muss ich mir selber kaufen. Laura und ich haben einen geheimen Deal. Wir benutzen die gleiche Rolle. Uh.
- Natürlich hat die moderne Kommunikation auch Ecuador erreicht. Keine Frage, dass hier jeder mit einem Handy rumläuft. Es geht aber sogar noch weiter: Da Ecuador zwei große Handyanbieter hat, was liegt da näher sich direkt zwei Handys zu kaufen? Eins für die Freunde von Porta und eins für die Anhänger von Movistar. Das nenn ich mal Dekadenz. Man spart angeblich erheblich.
- Mit der Pünktlichkeit nehmen die es hier nicht so genau. Letztens war die Haupttür der Uni noch abgeschlossen, als ich zur 1. Stunde kam. Mmh... das gab dann ein gemütliches einstündiges Sit-In mit allen Studenten und Profs im Hof. Irgendwann ist dann auch der Schlüssel aufgetaucht. Nach der Erfahrung ist es auch nicht verwunderlich, dass Lehrer in der Pause kurz nen 50-min. Sektempfang mit Schnittchen und Reden abhalten. Ohne Ankündigung selbstverständlich. Das nenn ich Studentenleben. Leider hab ich keinen Sekt abgestaubt.
Dienstag, 13. Januar 2009
Zeigt her eure Füße...
Ich lebe in einer Stadt mit weiteren über 2 Millionen Menschen. Beeindruckend. Die Häuser stehen dicht an dich. Die Taxis heizen mit 80 km über 1-spurige Straßen, die auch locker spontan mal 2 oder 3-spurig werden. Bis jetzt hats noch nicht gekracht. Überall hängen Strom und Telefonkabel rum. Und morgens wird man von einem Verkäufer für Lottoscheine lautstark geweckt. Oder aber dem Hahn vom Nachbarn.
Guayaquil ist an einem Flussdelta gelegen, dem Guayas. Leider ist der recht schmutzig an manchen Stellen und das beschert dann angenehme Düfte. Aber die Aussicht vom Cerro Santa Ana auf den Fluss und die Stadt ist großartig. Das ist ein Treppenviertel, wo die Leute vor ein paar Jahren angefangen haben, ihre Häuser bunt zu restaurieren. Außerdem sind einige coole Bars dort zu finden. Ich bin auf Fotosafari gegangen.
kurz notiert:
- Meine Zimmerwände zieren Shakira, Orlando Blooms Oberkörper, die Spice Girls (wusste auch nicht, dass die noch in Mode sind) und natürlich Winnie the Pooh, Garfield, und Goofy... YES! Da fühlt man sich direkt heimisch.
- Meine 18-jährige Zimmernachbarin Fernanda hat sich ihre Nase operieren lassen, hat ihr nicht gefallen. Hat gerade mal ne Stunde gedauert. Jetzt liegt sie mit dickem Verband im Bett und futtert Obst. 1200 $. So einfach geht das. Also, wer auch nen bisschen Fett absaugen will oder so... Kommt mich besuchen.
- In der Uni hat letztens der Hausmeister morgens verschlafen die Haupttür aufzuschließen... also haben wir, Lehrer und Studenten, ne Std. im Hof gehockt und uns nett unterhalten. Angenehmes Arbeitsklima.
- Viele der Leute hier tragen ein kleines Bäuchlein vor sich her, das ist auch dem Fernsehen aufgefallen, also haben sie die Fernsehshow "Gorditos" (Die Superdicken) erfunden, wo jeweils ein schlanker mit einem ziemlich übergewichtigem Partner Salsa tanzt. Schlabber. Auf welche Ideen die kommen...
Donnerstag, 8. Januar 2009
Im Westen viel Neues
Als wir gerade gehen wollten, kam eine Gruppe Menschen laermend durch das Haupttor gestroemt. Sechs Personen trugen einen Sarg auf ihren Schultern. Es wurden Fotos gemacht, gerannt und sich lautstark unterhalten. War ein Erlebnis dem Ereignis beizuwohnen.
In der Uni finde ich mich langsam zurecht. Es ist super klein, hier studieren vielleicht 150 Studenten im Moment. Man laeuft staendig den gleichen Leuten ueber den Weg. So lernt man sich kennen. Am Anfang war ich ein wenig ueberrascht, aber mittlerweile hat man sich dran gewoehnt. Alles laeuft sehr persoenlich ab, wie Oberstufenunterricht. Der Prof fragt, die Studenten antworten. Nicht schwer, aber anders. =)
Besonderheiten in der Zusammenfassung:
- Aus Sicherheitsgruenden gibt es private Taxiunternehmen, "Taxi amigo", die man anruft, wenn man irgendwohin fahren will. Meistens ist es der gleiche Fahrer. Wie ein privater Chauffeur sozusagen. Unserer heisst Camilo. Muy simpàtico.
- In unserem Haus leben ausser uns noch 4 Katzen und 3 Hunde. Manchmal finden sie den Weg zur Toilette nicht. Achtung Tretmine! Juchhu!
- Die Poker-Mania hat auch Ecuador erreicht. Bin leider um 2 $ aermer geworden. Keine Chance.
- Um die Ecke gibts ne Joghurtbar, wo man fuer einen 1 $ Smoothies kaufen kann. Muy rico. Neidisch?
Naechste Woche geht es nach Quito... ich melde mich wieder!
Sonntag, 4. Januar 2009
Hilfe.. hier gehen Hunde oefter zum Friseur als Menschen
Ich wohne in einem Haus mit etwa 13 anderen Studenten. Wir teilen uns zu dritt ein Zimmer. Dafuer hat aber auch jedes Zimmer nen eigenes Bad.
Mit mir sind 3 Franzosen angekommen, alle echt nett. Mit denen haeng ich grad viel rum. Zum Beispiel am Strand. Heute sind wir mit unserer Gastfamilie zum Meer gefahren. Das war sehr entspannend. Bis jetzt kuemmer die sich super um uns. Fuer Essen ist gesorgt, wir werden durch die Gegend gefahren, aber das aendert sich bestimmt bald. Morgen geht die Uni los, mal sehen wie das wird. Die Auslandsbeauftragte der Uni holt mich morgen persoenlich zu Hause ab. Sehr cool, wie ich finde.
Tja, was hat es mit den Hunden auf sich? Eine Sache ueber die Laura (Franzoesin) und ich heute sehr gelacht haben: Der kleine Pudel der Familie, Chiquita (wie die Banane), hat lackierte Naegel, ist einparfuemiert und geht 2mal im Monat zum Haareschneiden. Muy divertido.
Leider kann ich euch noch kein Foto posten. Die Internetverbindung ist eine Katastrophe. Wir hoffen, das sich das bald aendert. Im Moment hock ich in einem Internetcafe. Das ist aber zum Glueck guenstig.
Weitere lustige Eigenarten dieses Landes:
- Zum Fruehstueck ist man gekochte Bananen mit Schinken in Kugelform aus einem Plastikbeutel.
- Die Leute chillen in Haengematten neben der Autobahn.
- Fuer uns Studenten wird gekocht, geputzt und gewaschen. All inclusive sozusagen.
- Im Stadtpark leben Leguane, die wie Tauben gefuettert werden. Streicheln erlaubt.
- ... die Liste wird fortgesetzt.... freut euch.
